Mit 8 Jahren begriff ich die Bedeutung zusammengefügter Buchstaben und tauchte ab in fremde Welten. Mein zweiter Wohnsitz hieß Bücherei. Unzählige Stunden verbrachte ich mit Prinzessinnen, Elfen, Drachen, oder blutrünstigen Monstern - sehr zum Leidwesen meines Bruders, der jede Nacht mein Zimmer nach Ungeheuer absuchen musste.

 

Ehrlich gesagt ist es mir bis heute ein Rätsel, weshalb meine Deutschlehrer während meiner Schulzeit meine Aufsätze nicht verstanden. 

Mit 20 begegnete ich meinem langersehnten Prinzen, der mich hoch zu Ross (wohl eher auf 4 Rädern) auf sein Schloss brachte. Nach dem verflixten 7. Königsjahr entdeckte die erste Prinzessin das Licht der Welt, 4 Jahre später folgte die Zweite. Unser Glück schien perfekt, wären da nicht diese vielen verrückten Fantasiegestalten, die seit meiner Kindheit in mir schlummerten und unentwegt nach Freiheit schrien. Meine Prinzessinnen liebten sie, mein Prinz eher weniger. (Männer halt)  So kam es, dass die Jahre vergingen, wobei die schwarzen Buchstaben in meinem Kopf sich nie zu einer Einheit auf dem weißen Blatt Papier wiederfanden.

 

Ich wurde 40. Höchste Zeit, etwas in meinem Leben zu verändern. Allerdings dauerte es noch einige Jahre, bis ich begriff, was ich wollte. (Keine Angst, schwarze Magie war nicht im Spiel)

Endlich! Mit 47 wusste ich, was mich begeistert und vollends infiziert hatte.

 

Der Schreibvirus!

 

Bislang ist er unheilbar und hält mich gnadenlos fest in den Fängen, so, dass noch viele Geschichten folgen werden.