Fröhliche Weihnacht

erschien in "Adventsgestöber", Freunscht Media Verlag Haßloch

 

"Also gut." Santa Claus streichelte seinnem Nesthäkchen über die goldenen Locken. "Du sollst deine Chance bekommen."

Ein Strahlen erhellte Jasminas Gesicht. Sie war die Jüngst unter ihresgleichen. Ihre Flügel, fedrig wie die einer Boa, tanzten, nachdem sie sie ausgebreitet hatte, wie Korallen im Ozean. Zum ersten Mal durfte sie das Himmelreich verlassen und zur Erde hinabgleiten. Natürlich hatte sie eine Aufgabe zu erfüllen. Jeder Engel musste sich bewähren, bevor Santa ihre Hilfe am Heiligen Abend in Anspruch nahm. 

"Enttäusche mich nicht, Jasmina." Santas Augen blitzten. Lächelnd sah er ihr hinterher, als sie der Milchstraße folgte und seinem Blick entschwand.

 

Bei den Menschen herrschte buntes Treiben. Wie in einem Ameisenhaufen tummelten sie umher. Weihnachtslieder schallten durch die Gassen. Der Duft gebrannter Mandeln und Glühwein, sowie KInder mit ihren vor Kälte geröteten Nasen, eroberten mit ihrem Lachen die Stadt. In den vor sich liegenden Münzen der Bettler klingelte das Kleingeld wie Musik. Ständig warfen vorbeigehende Passanten ihre Silbermünzen hinein und wünschten: "Fohe Weihnachten."

"Danke, Gott schütze Sie." Die Decker fester um die Schultern gezogen, bedankten sich die Ärmsten der Armen und schüttelten die Schneeflocken ab, die sie wie Puderzucker bedeckten.

 

Eigentlich wollte Luronimus nach Hause gehen, seine Hosentaschen waren prall gefüllt vom Silbergeld. Seit dem Morgen streifte er durch die Straßen. Am einfachsten war es bei den Blinden. Ordentlich klimpern musste es. So bemerkte niemand, dass er einen Taler hinein und mehrere heraus nahm. Was gingen ihn die Bettler an. Schließlich hatte er ein Leben lang hart gearbeitet und geschenkt bekam er auch nichts. An der Ecke, die zu seinem Haus führte, saß ein altes Mütterchen. Sie lächelte ihn mit ihren milchigen Augen an. Lauronimus stutzte. Etwas erschien ihm sonderbar an der Altern, aber  er verwischte aufkommende Gedanken sofort. Sein Blick galt  der gefüllten Schale, aus der ihr Silbergeld glänzte.